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Online Sprechstunde – Was sagt das Gesetz dazu?

Gesetzliche Grundlagen

Offiziell dürfen Heilpraktiker zwar ihre Praxen weiterhin geöffnet lassen, doch immer häufiger bleiben aktuell die Patienten aus. Einige schließen Ihre Praxis daher auch freiwillig. Das kann für durchaus auch finanziell zur echten Belastungsprobe werden. Gerade in Zeiten der Corona Pandemie stellen Fernbehandlungen durch Online Sprechstunden eine willkommene Alternative zum schwierigen Praxisalltag dar. 

Doch ist es Heilpraktikern überhaupt erlaubt, Online Sprechstunden durchzuführen und darf dafür auch geworben werden?

Das Wichtigste in aller Kürze

 Heilpraktiker dürfen grundsätzlich Online Sprechstunden durchführen

  • Eine ausschließliche Fernbehandlung ist nicht ratsam: die Erstanamnese sollte immer persönlich stattfinden
  • Es sind einige Dinge zu beachten (Informationspflicht, Aufklärung, Dokumentation und Datenschutz)
  • Online Sprechstunden eignen sich besonders gut für Bestandspatienten 
  • Das Heilmittelwerbegesetz regelt die Werbung für Online Sprechstunden

Darf ich als Heilpraktiker Online Sprechstunden durchführen?

Online Sprechstunden sind Heilpraktikern in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Selbstverständlich gibt es aber einige Dinge zu beachten. Ganz wichtig ist, dass Sie als Heilpraktiker weiterhin Ihre zivilrechtliche und medizinische Sorgfaltspflicht erfüllen, wie Sie es immer im Umgang mit Ihren Patienten machen. Mit anderen Worten: Die Behandlung in einer Online Sprechstunde wird genauso sorgfältig durchgeführt, wie eine Behandlung in Ihrer Praxis oder beim Patienten zu Hause. Alles was Sie tun, dient selbstverständlich der Gesundheit des Patienten.

Um eine Online Sprechstunden sowohl von rechtlicher als auch von medizinischer Seite ausreichend abzusichern gibt es einige Dinge zu beachten:

  • Sämtliche Informationspflichten müssen auch hier von Ihnen sein: Klären Sie Ihren Patienten auf, was Sie tun, warum und wie es funktioniert 
  • Online Sprechstunden müssen dokumentiert werden. Machen Sie eine Notiz in Ihrer Patientenakte.
  • Datenschutz (dazu aber später mehr) ist besonders wichtig. therabee erfüllt die DSGVO, aber auch Sie müssen sorgfältig mit den Patientendaten umgehen.
Legal oder illegal

Für welche Patienten eignet sich eine Online Sprechstunde?

Fernbehandlungen via Online Sprechstunden eignen sich besonders für Bestandspatienten, die aufgrund der aktuellen Situation fernbleiben. Diese sind Ihnen mit ihren Sorgen und Problemen bereits bekannt und Sie hatten im Vorfeld bereits die Chance, sich im persönlichen Kontakt ein Bild von der Person zu machen. 

Weniger geeignet ist sind Online Fernbehandlungen im Rahmen der Erstanamnese bei neuen Patienten, da es sich empfiehlt, diese sowie die darauffolgende Diagnose an eine persönliche, unmittelbare  Wahrnehmung des Patienten zu knüpfen. 

Online Sprechstunde und Datenschutz

Auch oder gerade bei Fernbehandlungen spielt das Thema Datenschutz eine wichtige Rolle. Es muss zu jedem Zeitpunkt der Behandlung die Vertraulichkeit des Gesprächs gewährleistet sein. Zudem muss die Fernbehandlung auch vor jeder Einsichtnahme durch Dritte geschützt sein. Bei herkömmlichen Programmen wie Skype, Facebook und Co. ist dies nicht umfassend gewährleistet. 

Wir von therabee bieten Ihnen dagegen eine 100% DSGVO konforme Lösung zur digitalen Patienteninteraktion und das auch noch kostenlos! Falls Sie unser Online Sprechstunden – Tool noch nicht kennen und nutzen, klicken Sie HIER.

Darf ich für meine Online Sprechstunde werben?

Was sagt denn das Gesetz dazu? Laut § 9 des Heilmittelwerbegesetzes ist es nicht gestattet, für Fernbehandlungen zu werben.

„Unzulässig ist eine Werbung für die Erkennung oder Behandlung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden, die nicht auf eigener Wahrnehmung an dem zu behandelnden Menschen oder Tier beruht (Fernbehandlung).“

Gemeint ist die unmittelbare Wahrnehmung des Patienten mittels Erhebung einer Anamnese, Betrachtung, Abtastung, Abhören, Abklopfen sowie einer persönlichen Untersuchung mit technischen Hilfsmitteln.

Aber was bedeutet das in der Praxis? Diese Norm verbietet Werbung für Fernbehandlungen, nicht jedoch die Online Sprechstunde als solche. Außerdem bezieht sich das Werbeverbot nur auf ausschließliche Fernbehandlungen. Sobald Sie Ihren Patienten bereits persönlich kennen, gilt dieses Werbeverbot nicht. Also können Sie sich auch vollkommen problemlos an Ihre Patienten wenden und Sie darüber informieren, dass Sie z.B. während der Corona-Pandemie auch (oder vornehmlich) online für Sie zur Verfügung stehen.

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Ramona Wirth

Mitarbeiterin bei therabee - der Plattform für Naturheilkunde

 

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