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Doppelbelastung – Corona-Krise verstärkt psychische Erkrankungen

Corona und psychische Erkrankungen

Wir alle erleben aktuell eine außergewöhnliche Situation. Wir müssen auf unbestimmte Zeit zuhause bleiben, sollen den direkten Kontakt zu Freunden und Familie meiden und auch die wirtschaftliche Situation ist gerade alles andere als vertrauenerweckend. Die Corona-Pandemie hat den sozialen Alltag in Deutschland seit mehr als einer Woche drastisch verändert. Es ist eine Zeit der Isolation, Einsamkeit, Unsicherheit, wie die meisten von uns sie noch nie erlebt haben. Somit bedroht die Corona-Krise nicht nur unsere körperliche, sondern auch unsere psychische Gesundheit.
Menschen mit psychischer Vorbelastung leiden besonders stark unter dieser Unsicherheit und Isolation, denn die Auswirkungen der Pandemie verschlimmern die seelischen Erkrankungen oftmals. So werden beispielsweise Angststörungen, hypochondrische Störungen und auch gewisse Zwänge – z. B. zwanghaftes Händewaschen – durch die vorherrschende Corona-Pandemie zusätzlich befeuert. Das heißt gerade jetzt bräuchten betroffene Personen Hilfe und Unterstützung.

Viele Praxen schließen und Kliniken räumen die Betten

Zu allem Überfluss schließen auch noch zahlreiche Praxen und viele Kliniken räumen ihre Betten für mögliche Corona-Fälle. Also ist eine adäquate Betreuung der Patienten nicht mehr ohne weiteres sicherzustellen. Doch gerade für diese psychisch instabilen Menschen ist es sehr wichtig, dass Sie in dieser schwierigen Zeit nicht allein gelassen werden. Das sieht man unter anderem daran, dass der Bedarf an Psychotherapien und an kurzfristiger Beratung – der sogenannten Akuttherapie – derzeit merklich zunimmt. Leider kann er aber bei weitem nicht gedeckt werden. Die Wartelisten für Psychotherapien sind schon unter Normalbedingungen lang. Nun nehmen die meisten Praxen und Kliniken gar keine neuen Patienten auf – es sei denn, es handelt sich um dringende Notfälle. Doch was soll mit all den Menschen passieren, die gerade jetzt auf Hilfe angewiesen sind?

Social Distancing

Begrenzungsregel außer Kraft gesetzt

Distance Corona

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es in Zeiten der Ausgangsbeschränkung und des „Social Distancing“ aber besonders wichtig, mit Vertrauenspersonen in Kontakt zu bleiben. Dazu zählen nicht nur Familie und Freunde, sondern eben auch die zuständigen Therapeuten. Da diese jedoch aktuell nicht persönlich in der Praxis besucht werden können, müssen dringend Alternativen geschaffen werden.
Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Videosprechstunden. So kann der Kontakt zwischen Therapeut und Patient aufrechterhalten werden – und das, ohne jegliche Ansteckungsgefahr. Um derartige Modelle zu unterstützen und die Aufrechterhaltung der Patientenbetreuung zu ermöglichen, setzte der Spitzenverband der Krankenkassen die sogenannte Begrenzungsregel ab dem 1. April 2020 außer Kraft. Dies hat zur Folge, dass nicht nur wie sonst üblich 20% der Therapiestunden virtuell durchgeführt werden dürfen, sondern alle.

Fazit - Bleiben Sie in Kontakt!

Für Menschen, die unter psychischen Erkrankungen leiden stellt die Corona-Krise eine noch größere Bedrohung dar als für gesunde Menschen. Das plötzliche Wegfallen von Alltagsroutinen kann bei Personen mit Depressionen zu sozialem Rückzug und dem kompletten Verlust der Tagesstruktur führen. Für Angstpatienten stellen aktuelle Katastrophen-Nachrichten quasi ein Sprungbrett in Gedankenkreisen, Traurigkeit oder Gereiztheit dar. Es ist also extrem wichtig, dass Sie als Therapeuten Ihre bestehenden Patienten durch diese schwierige Zeit begleiten und sie weiterhin so gut es geht unterstützen. Nichts ist schlimmer, als sich in einer Krise allein gelassen zu fühlen.
Nutzen Sie Videosprechstunden, um weiterhin für Ihre Patienten da sein zu können. So können Sie in geschütztem Rahmen ihrem Beratungs- und Behandlungsauftrag nachkommen, ohne sich selbst dadurch zu gefährden. Anders als beim reinen telefonieren kann Ihr Gegenüber Sie nicht nur hören sondern auch sehen. Dies ist von enormer Bedeutsamkeit in einer Zeit, in der jeglicher nicht zwingend notwendige Kontakt zu anderen Menschen unterlassen werden soll.

Also: Halten Sie den Kontakt zu Ihren Patienten und seien Sie erreichbar – das ist das A und O!


Quellen: aerzteblatt (Link), Apotheken Umschau 26.03.2020 (Link)

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Ramona Wirth

Mitarbeiterin bei therabee - der Plattform für Naturheilkunde